Dann wird`s auch was mit dem Olympiasieger...
Uwe Reimann - Rheinische Post - 09.11.2002

Schule und Sport im Doppelpass:
Seit dem neuen Schuljahr ist das Gymnasium am Moltkeplatz eine von 28 Partnerschulen für Leistungssport in NRW. Damit ist Krefeld Stützpunkt für Talentsuche und -förderung. So bekommt das Gymnasium ein sportpädagogisches Profil, die kooperierenden Vereine erhalten so womöglich qualifizierten Nachwuchs.

In der 5. Klasse gibt es jetzt Sporttests, die allgemein die Motorik, den Bewegungsablauf und die Kondition der Jungen und Mädchen testen, die das wollen. Ausgesuchte Talente bekommen dann neben den obligatorischen drei Schulsportstunden pro Woche zusätzlich zwei Stunden Training. Dazu kommt das spezielle Training in den Vereinen.

Aber: "Es werden auch Kinder gefördert, die in keinem Verein sind, sondern erst mal nur Spaß am Sport haben", erzählt Robert Kaake (Crefelder Hockey und Tennis Club 1890). Mit dem Gymnasium kooperieren der CHTC, der Crefelder Ruder Club (CRC), Der KEV und die Basketballund Triathlon-Abteilungen des SC Bayer Uerdingen. Durch diese Zusammenarbeit erhoffen sich die Verantwortlichen in den Vereinen und im Gymnasium am Moltkeplatz mehr Talentförderung.

Was früher eher der Zufall bewerkstelligte ("Mein Freund geht Fechten. Da bin ich auch mal...), soll nun systematisch gefunden und gefördert werden. Eishockey, Basketball, Triathlon, Hockey und Rudern sollen so Schwerpunkte in der Seidenstadt werden. In der Tat: Das alte Sichtungssystem der DDR lebt hier in seinen Grundstrukturen wieder auf. Natürlich ohne den Zwangsapparat und den negativen Begleiterscheinungen wie beispielsweise Doping. Doch Haake und auch Ulrich Köppen vom CRC wollen an die guten Talentsichtungen der DDR anknüpfen: "Wir fördern früh, aber alle Kinder und Eltern können selbst entscheiden."